Flaschenhals Aufnahmekapazität

Wir scheitern nicht nur am Multitasking, wir schalten auch schnell ab. Denn wir haben nur eine sehr begrenzte Aufnahmekapazität.

Zwar können wir mit unseren Sinnen verschiedene Reize gleichzeitig aufnehmen, irgendwann kommen diese Reize aber an den “Flaschenhals” und können nur nacheinander verarbeitet werden.

Das ist dann wie Zappen am Fernseher, wenn hintereinander kurze Informationseinheiten verarbeitet werden.

Multitasking trainieren?

Die Psychologen Elisabeth Spelke, William Hirs und Ulrich Neisser meinten in Experimenten Ende der 70er Jahre herausgefunden zu haben, dass sich Multitasking immerhin in Grenzen trainieren lässt. Wenn man durch viel Übung eine schwierige Aufgabe in eine Routineaufgabe verwandelt, kann man sie gleichzeitig mit einer anderen Aufgabe erledigen z.B. die Unterhaltung beim Mittagessen in der Kantine oder ein Gespräch mit einem Kollegen, während Routineaufgaben erledigt werden.

Wenn wir an das Autofahren denken: wir können uns gut “nebenher” unterhalten, Musik hören und vielleicht etwas trinken. Kommt eine schwierige Verkehrssituation, steht es uns gut an, uns auf den Verkehr zu konzentrieren – zum Glück machen wir das automatisch, unser Gehirn schaltet um und konzentriert sich auf die schwierigste Aufgabe.

Erledigen wir die Dinge, wo möglich, lieber nacheinander und sind dafür insgesamt schneller – und zufriedener, denn das Gefühl, komplett in einer Sache aufzugehen, bringt uns eine Zufriedenheit, die wir im Hamsterrad des ständigen Hinterherrennens nie erreichen.